Polyvagal-Theorie 2026 – die wichtigsten Prinzipien einfach erklärt
- Andreas Dohrmann
- 2. Dez. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Dez. 2025

⭐ Einleitung
Die Polyvagal-Theorie hat das Verständnis von Stress, Trauma und Nervensystem in den letzten Jahren revolutioniert. Sie erklärt nicht nur was wir fühlen, sondern warum wir in bestimmten Situationen so reagieren, wie wir reagieren.
2026 ist die Theorie noch weiterentwickelt und praxisnäher geworden. Sie verbindet:
Neurowissenschaft
Traumatherapie
Embodiment
Psychophysiologie
soziale Verhaltensforschung
Damit ist die Polyvagal-Theorie einer der wichtigsten Schlüssel, um:
Stressmuster
Übererregung
soziale Unsicherheit
Trauma-antworten
chronische Unruhe
Erschöpfung
besser zu verstehen.
Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Prinzipien einfach, verständlich und Health-Claims-konform.
⭐ 1. Was ist die Polyvagal-Theorie überhaupt?
Die Polyvagal-Theorie beschreibt, wie unser autonomes Nervensystem auf Sicherheit und Gefahr reagiert – und zwar nicht bewusst, sondern automatisch.
Statt „Sympathikus vs. Parasympathikus“ zeigt sie drei differenzierte Zustände:
Ventraler Vagus → soziale Sicherheit, Verbundenheit
Sympathikus → Fight/Flight (Aktivierung)
Dorsaler Vagus → Shutdown / Rückzug
Das Entscheidende:👉 Der Körper bewertet jede Situation unbewusst auf Sicherheit oder Gefahr. Diese Bewertung formt unsere Gefühle, unser Verhalten, unsere Atmung und unsere Körperhaltung.
⭐ 2. Warum die Polyvagal-Theorie so wichtig für Stress & Trauma ist
Weil sie erklärt:
warum wir „überreagieren“
warum wir uns plötzlich zurückziehen
warum wir in Panik oder Starre geraten
warum Beziehungen so stark regulieren
warum manche Menschen schneller Stress empfinden
warum Atmung & Körperhaltung so viel beeinflussen
Die Theorie zeigt:👉 Stress ist kein psychisches Problem – sondern ein physiologischer Zustand.
Und dieser Zustand entscheidet darüber:
ob wir klar denken
ob wir verbinden können
ob wir präsent sind
ob wir uns sicher fühlen
ob wir Zugang zu unseren Ressourcen haben
⭐ 3. Die drei Zustände der Polyvagal-Theorie – einfach erklärt
2026 werden die Zustände nicht mehr als starre Kategorien gesehen, sondern als gleitende Bereiche, zwischen denen Menschen hin- und herschalten.
🔹 1. Ventraler Vagus – der Zustand sozialer Sicherheit
Der ventrale Vagus ist der Zustand, in dem wir:
ruhig
klar
verbunden
entspannt
neugierig
stabil
sind.
Dieser Zustand ist:
warm
freundlich
offen
balanciert
Hier fühlt sich der Körper sicher. Hier entsteht Heilung, Vertrauen & Regeneration.
🔹 2. Sympathikus – Aktivierung / Fight & Flight
Der Sympathikus ist der Zustand von:
Fokus
Energie
Anspannung
Aktivierung
Er ist nicht schlecht – er ist überlebenswichtig.
Aber wenn er chronisch aktiv bleibt:
Schlaf wird unruhig
Verdauung schlechter
Muskelspannung zu hoch
Reizbarkeit steigt
Atem wird flach
🔹 3. Dorsaler Vagus – Shutdown / Rückzug
Der dorsale Vagus ist ein Schutzmechanismus des Nervensystems.
Merkmale:
innere Leere
Rückzug
Erschöpfung
Ohnmachtsgefühl
Handlungsblockade
emotionale Abkopplung
Dieser Zustand ist nicht Faulheit – sondern ein biologischer Schutz.
⭐ 4. State Shifts – wie schnell das Nervensystem schaltet
Die Polyvagal-Theorie erklärt, dass der Körper sekundenschnell zwischen Zuständen wechselt – abhängig davon, wie sicher oder gefährlich sich die Umgebung anfühlt.
Diese Bewertung nennt man:
👉 Neurozeption(die unbewusste Wahrnehmung von Sicherheit und Gefahr)
Beispiele:
ein harscher Ton → Sympathikus
eine freundliche Stimme → Ventraler Vagus
Überforderung → Dorsaler Vagus
Neurozeption ist blitzschnell und nicht bewusst steuerbar.
⭐ 5. Warum soziale Verbundenheit das stärkste Nervensystem-Werkzeug ist
Menschen regulieren sich nicht isoliert. Das Nervensystem ist ein „soziales Organ“.
Signale, die Sicherheit vermitteln:
warme Stimme
Augenkontakt
offene Körperhaltung
Berührung
Resonanz
Empathie
Diese sozialen Signale aktivieren den ventralen Vagus – und bringen das System aus Stress heraus.
2026 ist klar:👉 Der stärkste Regulator des Nervensystems ist ein sicherer sozialer Kontakt.
⭐ 6. Warum Atmung, Haltung & Stimme so viel verändern
Weil der Vagus Nerv über:
Atemrhythmus
Zwerchfellbewegung
Stimmklang
Gesichtsmuskeln
direkt beeinflusst wird.
Langsame Atmung → Ventraler Vagus Flache Atmung → Sympathikus Halten / Stocken → Dorsaler Vagus
Die größte Erkenntnis:👉 Wenn du den Körper regulierst – reguliert sich das Nervensystem mit.
⭐ 7. Die vier Polyvagal-Typen – wie Menschen Stress unterschiedlich erleben
Die Polyvagal-Theorie zeigt, dass Menschen nicht nur unterschiedliche Reaktionen haben – sie haben unterschiedliche Grundzustände, die sie im Alltag dominieren.
Diese vier Haupttypen helfen Patient*innen enorm, ihr Nervensystem besser zu verstehen.
🔹 Typ A – Der Verbundene (Ventral-Vagus-Typ)
Merkmale:
ruhig
klar
präsent
sozial verbunden
gute Selbstregulation
Zugang zu Gefühlen
Dieser Typ ist das Ziel der Regulation.
🔹 Typ B – Der Aktivierte (Sympathikus-Typ)
Merkmale:
innere Unruhe
schneller Puls
reizbar
angespannt
ungeduldig
starke Leistungsorientierung
Menschen in diesem Zustand erleben viel Stress – auch ohne äußere Gründe.
🔹 Typ C – Der Rückgezogene (Dorsal-Vagus-Typ)
Merkmale:
Erschöpfung
Rückzug
depressive Stimmung
wenig Antrieb
Gefühl „innerer Leere“
Energieverlust
Dieser Zustand wird oft missverstanden – er ist ein Schutzmechanismus.
🔹 Typ D – Der Mischtyp (Switch-Typ)
Merkmale:
schnelle Wechsel
emotionale Instabilität
Übererregung → Erschöpfung
soziale Unsicherheit
innere Überforderung
Diese Menschen schalten oft in Sekunden von Aktivierung in Rückzug.
⭐ 8. State Shifts – warum du „plötzlich“ anders fühlst
Ein State Shift ist ein schnelles Umschalten zwischen ventralem, sympathischem und dorsalem Zustand.
Beispiele aus der Praxis:
Eine kritische Bemerkung → Sympathikus
Ein liebevoller Blick → Ventral
Überforderung → Dorsal
Zu viele Reize → Sympathikus → Erschöpfung → Dorsal
Viele Menschen denken: „Ich bin launisch.“ Die Polyvagal-Theorie zeigt:
👉 Es ist kein Charakterproblem, sondern ein Zustandswechsel des Nervensystems.
⭐ 9. Selbsttests – welcher Polyvagal-Zustand dominiert bei dir?
(Health-Claims-konform)
Beantworte jede Frage mit Ja/Nein.
🔸 Selbsttest A – Ventraler Zustand
Fühlst du dich oft verbunden?
Kannst du gut regulieren?
Ist dein Körpergefühl eher warm und offen?
Viele „Ja“ → ventrale Dominanz.
🔸 Selbsttest B – Sympathischer Zustand
Fühlst du dich leicht gestresst?
Ist deine Atmung flach?
Wirst du schnell gereizt?
Viele „Ja“ → sympathische Dominanz.
🔸 Selbsttest C – Dorsaler Zustand
Ziehst du dich häufig zurück?
Fühlst du dich energielos?
Kommt dein Körper manchmal in „Shutdown“?
Viele „Ja“ → dorsale Dominanz.
🔸 Selbsttest D – Mischtyp
Wechselst du schnell zwischen Anspannung und Erschöpfung?
Fühlst du dich emotional instabil?
Fällt dir Regulation schwer?
Viele „Ja“ → Mischtyp.
⭐ 10. Warum Beziehungen das „Tor“ zur Regulation sind
Die stärkste Erkenntnis der Polyvagal-Theorie:
👉 Der Mensch reguliert sich über Beziehung.
Soziale Sicherheit ist kein psychologisches Konzept –es ist ein biologischer Zustand.
Signale, die Sicherheit erzeugen:
weiche Stimme
langsamer Atem
warmer Blick
beruhigende Präsenz
leichte Berührung
resonante Kommunikation
Signale, die Gefahr erzeugen:
harte Stimme
hektische Bewegungen
schnelle Atmung
starre Mimik
abruptes Verhalten
Menschen brauchen Co-Regulation, um sich selbst regulieren zu können.
⭐ 11. Die Rolle von Atmung, Haltung & Embodiment in der Polyvagal-Theorie
Das Nervensystem reagiert unmittelbar auf:
Atemrhythmus
Zwerchfellbewegung
Körperhaltung
Stimmklang
Gesichtsmuskeln
Muskelspannung
Deshalb wirken somatische Methoden wie:
Atemtherapie
Body Scans
Embodiment
Beruhigende Bewegungen
EMDR (bilaterale Stimulation)
Neuro-Somatische Übungen
so gut — sie sprechen direkt das Nervensystem an.
⭐ 12. Der 4-Wochen-Ventral-Vagus-Plan
(Health-Claims-konform)
Dieser Plan fördert Zustände, die mit Ruhe, Verbindung und Klarheit in Verbindung stehen.
🔸 Woche 1 – Atmung & Körper
6 Minuten langsame Atmung
Zwerchfellbewegung bewusst
leichte Bewegung morgens
🔸 Woche 2 – Reizreduktion & Schlaf
abends weniger Bildschirmzeit
ruhige Übergänge
feste Schlafzeiten
🔸 Woche 3 – Soziale Sicherheit
bewusstes Zuhören
resonante Gespräche
ruhige Stimmführung
Blickkontakt im Alltag
🔸 Woche 4 – Embodiment & Integration
leichte Dehnroutinen
achtsame Berührung
Körperbewusstsein
kurze Pausen über den Tag verteilt
⭐ 13. Rolle der Naturheilpraxis SunDáo
Die Naturheilpraxis SunDáo unterstützt Menschen bei:
Nervensystemarbeit
Stress- & Traumaregulation
Vagusaktivierung
EMDR & bilateraler Stimulation
Atem- & Körperarbeit
Aufbau von sozialer Sicherheit
Stress-/Schlaf-/Reizmusteranalyse
Mit dem Ziel:👉 Ein Nervensystem, das stabil, verbunden, resilient und regenerationsfähig ist.
🟩 FAQ
1. Was ist die Polyvagal-Theorie?
Die Polyvagal-Theorie erklärt, wie das autonome Nervensystem auf innere und äußere Signale reagiert. Sie unterscheidet zwischen Zuständen von Aktivierung, Rückzug und sozialer Sicherheit. Diese Zustände beeinflussen, wie Menschen fühlen, denken und handeln.
2. Welche Zustände unterscheidet die Polyvagal-Theorie?
Die drei Hauptzustände sind:
soziale Sicherheit (Regulation, Offenheit)
Aktivierung (Konzentration, Anspannung, Reaktion)
Rückzug/Shutdown (Energieverlust, Schutzmechanismen)
Sie können fließend ineinander übergehen.
3. Was bedeutet soziale Sicherheit im Nervensystem?
Soziale Sicherheit ist ein regulierter Zustand. Hier fühlt sich der Körper stabil, präsent und verbunden. Dieser Zustand begünstigt Klarheit, Ruhe und zwischenmenschliche Nähe.
4. Warum wechseln Menschen zwischen verschiedenen Zuständen?
Das Nervensystem bewertet Situationen ständig. Abhängig davon, ob ein Umfeld sicher oder belastend wahrgenommen wird, schaltet der Körper automatisch zwischen Ruhe, Aktivierung oder Rückzug um.
5. Wie lassen sich natürliche Regulationsprozesse unterstützen?
Regulation wird durch einfache Maßnahmen unterstützt, etwa durch:
langsame Atmung
Ruhephasen
stabile Tagesstrukturen
soziale Interaktion
beruhigende Bewegungen
Diese unterstützen Prozesse, die zur körperlichen Ausgeglichenheit beitragen können.
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