⭐ Hormonlabor Frauen: Östradiol, Progesteron, LH/FSH & AMH einfach erklärt
- Andreas Dohrmann

- 29. Nov. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Dez. 2025

1. Einleitung: Warum das Hormonlabor bei Frauen so komplex ist
Das weibliche Hormonsystem ist hochdynamisch. Werte verändern sich täglich, abhängig von:
Zyklusphase
Stresslevel
Schlaf
Leberfunktion
Darmflora
Körperfettanteil
Schilddrüsenstatus
Entzündungsgrad
Viele Frauen haben Symptome, obwohl ihr Labor „normal“ aussieht. Der Grund: Das Labor wurde in der falschen Zyklusphase abgenommen oder unvollständig interpretiert.
Typische Fehldiagnosen:
„Alles normal.“ → obwohl Progesteron massiv zu niedrig ist.
„Hormonspiegel passt.“ → obwohl Östradiol dominiert.
„Kinderwunsch schwierig.“ → ohne AMH gesehen zu haben.
„Das ist psychisch.“ → obwohl LH/FSH klare Muster zeigen.
Ein präzises Hormonlabor kann enorme Klarheit bringen – für Energie, Stimmung, Haut, Stoffwechsel, PMS, Fruchtbarkeit & Perimenopause.
2. Östradiol (E2): Das zentrale Hormon für Energie, Haut, Stimmung, Libido
Östradiol ist das stärkste Östrogen und verantwortlich für:
gesunde Haut & Kollagen
Libido
Stimmung & Motivation
Muskeln & Knochen
Menstruationszyklus
Gehirnfunktion
Stoffwechsel
Typische Symptome bei Östradiol-Mangel
trockene Haut, trockene Schleimhäute
Schlafprobleme
Gehirnnebel
Stimmungsschwankungen
Gelenkbeschwerden
sinkende Libido
ausbleibende oder unregelmäßige Zyklen
Typische Symptome bei Östradiol-Dominanz
(kommt sehr häufig vor!)
Wassereinlagerungen
Stimmungsschwankungen
Brustspannen
PMS
Migräne
Gewichtszunahme, besonders am Po/Beinen
starke oder schmerzhafte Blutungen
Östradiol steigt in der Follikelphase und hat seinen Peak kurz vor dem Eisprung.
Labor: Wann messen?
➡ Zyklus-Tag 3 (für Grundstatus)➡ Tag 12–14 (wenn Eisprung-Beschwerden)
3. Progesteron: Das Ruhe-, Schlaf- und Wohlfühlhormon
Progesteron wird nach dem Eisprung gebildet. Es sorgt für:
Schlafqualität
Stressresilienz
ruhige Stimmung
klare Gedanken
stabile Temperatur
gesunde Haut
reduzierte Wassereinlagerungen
Typische Symptome bei Progesteronmangel
PMS
Schlafprobleme
Ängstlichkeit, innere Unruhe
Zwischenblutungen
Brustspannen
Wassereinlagerungen
Stimmungsschwankungen
Migräne (prämenstruell)
Wichtig: Progesteron kann nur in der Lutealphase gemessen werden.
Labor: Wann messen?
➡ 7 Tage nach dem Eisprung Falls unklar:➡ Zyklus-Tag 21 (bei 28-Tage-Zyklus)
Funktionell guter Wert:
Progesteron > 10 ng/ml (funktionell, nicht schulmedizinisch!)
4. LH & FSH: Die Steuerhormone der Eierstöcke
LH und FSH bestimmen:
Eisprung
Eizellreifung
Zykluslänge
Hormonproduktion
Übergänge wie Perimenopause
PCOS-Diagnostik
Interpretation (vereinfachte Funktionslogik)
LH hoch, FSH niedrig → Hinweis auf PCOS
LH & FSH beide niedrig → Hypophyse erschöpft (Stress / Untergewicht / Übertraining)
FSH hoch (>10 IU/l Tag 3) → Überforderung der Eierstöcke (Perimenopause / niedrige Reserve)
LH/FSH Verhältnis >2 → PCOS-verdächtig
Labor: Wann messen?
➡ Zyklus-Tag 3(wichtig zur Basisdiagnostik)
5. AMH: Der Marker für ovarielle Reserve & Fruchtbarkeit
AMH sagt NICHT aus:
ob eine Frau fruchtbar ist
ob ein Eisprung stattfindet
ob Progesteron ausreichend ist
Sondern:
👉 wie viele potenzielle Eizellen der Körper noch bereithält.
Niedriger AMH
frühere Perimenopause möglich
reduzierte Reserve
kürzere Zyklen
empfindlichere Stimmung
schlechtere Reaktion auf Stimulation
Hoher AMH
→ Kann Hinweis auf PCOS sein.
Wichtig:
AMH ist zyklusunabhängig messbar.
6. Typische Muster, die ich in der Naturheilpraxis sehe
Muster 1: Östrogendominanz + Progesteronmangel
Sehr häufig bei:
Stress
Leberüberlastung
Darmdysbiose
Kupfer-Spirale
Schlafmangel
Frauen berichten:
„Ich fühle mich aufgebläht, gereizt und die Woche vor der Periode ist der Horror.“
Muster 2: Niedriger Östradiolspiegel trotz normalem Zyklus
Häufig bei:
starkem Stress
Sportlerinnen
Proteinmangel
Unterfunktion der Schilddrüse
zu niedrigem Körperfett
Muster 3: Frühe Perimenopause
Kann ab 32–38 Jahren beginnen.
Typische Zeichen:
Stimmungsschwankungen
Nachtschweiß
unregelmäßiger Zyklus
Schlafprobleme
Brustspannen
extreme PMS
Muster 4: Hypothalamische Dysfunktion („Stress-Hypophyse“)
Häufig nach:
Crash-Diäten
Übertraining
Trauma
chronischem Stress
Infekten
Zeichen:
LH/FSH niedrig
Periode unregelmäßig oder fehlt
Libido niedrig
Energielosigkeit
7. Rolle der Naturheilpraxis SunDáo
In der Naturheilpraxis SunDáo liegt der Fokus auf systemischen hormonellen Regelkreisen:
HPA-Achse (Stress)
HPO-Achse (Zyklus)
Leberentgiftung
Mitochondrien
Mikrobiom
Schilddrüse
Wir kombinieren Diagnostik, Hormonbalance, Atmung, Nervensystemregulation & Ernährung.
Patientinnenzitat:„Endlich hatte ich das Gefühl, dass jemand das ganze Puzzle sieht – nicht nur einen einzelnen Laborwert.“
⭐ TEIL 2 – Therapie, Selbsttests & praktische Lösungen
8. Warum so viele Frauen hormonelle Symptome haben – trotz „normaler“ Werte
Viele Labore betrachten Hormone isoliert. In der Naturheilpraxis zeigt sich jedoch:
👉 Hormone sind das Endergebnis eines Systems aus:
Leberentgiftung (Östrogen-Clearance)
Darmflora (Östrogen-Recycling → Östrobolom)
Mitochondrien (Progesteron-Synthese)
Stressachsen (Cortisol blockiert Progesteron)
Schilddrüse (reguliert LH/FSH & Zyklus)
Körperfettanteil (Produktion von Östrogenen)
Wenn ein Bereich gestört ist, kippt der Rest — selbst wenn einzelne Werte noch „ok“ aussehen.
9. Therapieansätze nach Hormonsystem – der SunDáo 5-Ebenen-Ansatz
E1 – Leber entlasten (Östrogendominanz reduzieren)
Östrogene müssen über die Leber entgiftet werden .Blockaden führen zu: PMS, Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Wassereinlagerung.
Wirkungsvolle Strategien:
Bitterstoffe (Löwenzahn, Mariendistel, Artischocke)
Kreuzblütler (Brokkoli, Kohl, Rucola → wirkt über Sulforaphan)
30 g Protein pro Mahlzeit (Phase-II-Entgiftung)
Alkoholreduktion
Leberwickel am Abend
Begleitend:
Inositol
Magnesium (mind. 300–400 mg)
E2 – Darmflora & Östrobolom balancieren
Der Darm entscheidet, wie viel Östrogen im Körper recycelt wird.
Hinweise auf Darmbeteiligung:
PMS
Reizdarm
Blähungen
Hautprobleme
starke Stimmungsschwankungen
Lösungen:
Probiotika mit Lacto/Bifido-Stämmen
täglich Gemüsefasern
Polyphenole (Beeren, grüner Tee)
Reduktion von Zucker & Weißmehl
E3 – Stressregulation & Nervensystem (Progesteron-Schutz)
Cortisol blockiert Progesteron — das ist eine der wichtigsten Regelkreise.
Typische Zeichen:
Schlafprobleme
Reizbarkeit
PMS
kurze Lutealphase
Wirkungsvolle Tools:
Atemtraining (z. B. 4-6-Atmung)
Nervensystem-Regulation (Vagus-Übungen)
20 Minuten Tageslicht morgens
10.000 Schritte / Tag
E4 – Schilddrüse unterstützen
Schilddrüsenunterfunktion führt zu:
Zyklusunregelmäßigkeiten
schwachem Eisprung
niedriger Libido
niedrigen LH/FSH
Strategien:
ausreichend Jod über Ernährung
Selen 100–200 μg
Eiweiß + Omega-3
Stressabbau
Schlafoptimierung
E5 – Mitochondrien stärken (Basis für Progesteron & Eisprung)
Für eine gesunde Hormonbildung braucht der Körper Energie.
Stärkende Elemente:
CoQ10
Carnitin
Magnesium
B-Vitamine
Krafttraining
stabile Mahlzeiten
10. Selbsttests – Was jede Frau sofort prüfen kann
Selbsttest 1: Lutealphasen-Check
Wenn die Phase zwischen Eisprung & Periode kürzer als 10 Tage ist → Progesteronmangel sehr wahrscheinlich.
Selbsttest 2: Temperaturmethode
Kein Temperaturanstieg → Eisprung bleibt aus → Progesteron niedrig.
Selbsttest 3: PMS-Intensität
Je stärker PMS:👉 desto wahrscheinlicher eine Östrogendominanz oder Stressachse-Dysbalance.
Selbsttest 4: AMH & Zykluslänge
Zyklus < 25 Tage → Hinweis auf niedrige ovariellen Reserve oder frühe Perimenopause.
11. Funktionelle Dosierungen (nicht medizinisch, allgemein verständlich)
(Dosierungen entsprechen typischen Richtwerten, keine Therapieempfehlung)
Bei Östrogendominanz
Magnesium: 300–400 mg
B-Vitamine (v. a. B6): 20–40 mg
Omega-3: 1–2 g EPA/DHA
Brokkolisprossen / Sulforaphan
Bei Progesteronmangel
Magnesium
Vitamin C
Ashwagandha (abends)
Cholin
Inositol
7–9 h Schlaf
Reduktion von Koffein & Alkohol
Bei Kinderwunsch / Eizellqualität
CoQ10 (Ubiquinol)
Omega-3
Vitamin D + K2
reduziert Zucker
ausreichend Protein
12. Zusammenfassung – Der wahre Wert des Hormonlabors
Das Hormonlabor ist kein „Stempel“, sondern ein dynamischer Zustand, der sich verbessert, sobald:
Stressachsen reguliert werden
Darmflora stabil ist
Leber gut entlastet
genug Nahrung & Mikronährstoffe vorhanden
Schlaf & Nervensystem regeneriert sind
Frauen fühlen sich meist innerhalb von 6–12 Wochen stabiler, ruhiger und hormonell ausgeglichener.
⭐ 10 FAQ
1. Welche Blutwerte gehören zu einem vollständigen Hormonlabor für Frauen?
Ein gutes Hormonlabor umfasst Östradiol, Progesteron, LH, FSH und AMH. Ergänzend oft Schilddrüse, Vitamin D, Prolaktin, Insulin und Leberwerte.
2. Wann sollte man Östradiol messen?
Für eine Basisdiagnostik an Zyklustag 3. Bei Eisprungproblemen zusätzlich an Tag 12–14.
3. Wann sollte man Progesteron messen?
7 Tage nach dem Eisprung oder bei 28-Tage-Zyklen an Zyklustag 21.
4. Was bedeutet eine Östrogendominanz?
Ein Ungleichgewicht zwischen Östradiol und Progesteron. Typische Symptome: PMS, Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen und starke Blutungen.
5. Was zeigt der AMH-Wert an?
AMH misst die ovarielle Reserve und zeigt, wie viele Eizellen der Körper noch bereithält. Er sagt nichts über den Eisprung oder das Progesteron aus.
6. Was bedeutet ein hoher FSH-Wert?
Ein Hinweis darauf, dass die Eierstöcke stärker stimuliert werden müssen. Häufig in der Perimenopause oder bei niedriger ovarieller Reserve.
7. Können Stress und Schlafmangel die Hormonwerte beeinflussen?
Ja. Stress blockiert Progesteron, verändert Östradiol und beeinflusst LH/FSH. Schlafmangel verstärkt PMS, Unruhe und Zyklusunregelmäßigkeiten.
8. Wie wirkt sich die Darmflora auf die Hormone aus?
Das sogenannte Östrobolom entscheidet, wie viel Östrogen im Körper recycelt wird. Eine Dysbiose kann Östrogendominanz verstärken.
9. Was tun bei Progesteronmangel?
Schlaf verbessern, Stress reduzieren, ausreichend Proteine essen, Magnesium, Vitamin C und B-Vitamine zuführen und Zyklusphase stabilisieren.
10. Was tun, wenn der Zyklus unregelmäßig ist?
Zuerst Labor: LH, FSH, Progesteron, Östradiol, Schilddrüse, Vitamin D, AMH. Oft spielen Stressachsen, Schilddrüse oder frühe Perimenopause eine Rolle.
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